Seit fast 30 Jahren werden Alnatura Bio-Produkte in den dm-Drogeriemärkten verkauft. Am 16. April 2015 ist nun Schluss damit: Alnatura wird von dm Bio, der neuen Eigenmarke der Drogerie-Kette, ersetzt.

Warum trennt sich dm von Alnatura?

dm ist der größte Drogeriekonzern in Europa, besitzt über 2900 Filialen, beschäftigt 52.000 Mitarbeiter und machte im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von 8,32 Milliarden Euro. Konzerne sind auf Profitmaximierung ausgerichtet: dm führt die dm Bio-Eigenmarke deshalb ein, weil sich die Drogeriekette sich davon mehr Profit erhofft, als wenn sie Produkte von Alnatura vertriebt.

Quelle: q-and-a.center

Gibt es bald keine Alnatura-Produkte bei dm mehr?

In einem ersten Schritt werden laut Geschäftsführer Erich Harsch 50 Bio-Produkte unter der dm Bio-Marke eingeführt. Vorerst bleibt Alnatura Teil des Sortiments, dm macht aber kein Geheimnis aus seiner Absicht, die Marke in Zukunft möglichst vollständig durch dm Bio zu ersetzen.

Wie gut ist dm Bio? Sind die Hersteller von Alnatura und dm Bio wirklich dieselben?

Laut eigenen Angaben verhandelt dm auch mit den Zulieferern, die Alnatura beliefern. Bio-Rohstoffe in den Ausmaßen, um die es hier geht, werden nur von einer überschaubaren Anzahl von Produzenten hergestellt. Man kann sich also vermutlich viele (jedoch nicht alle) zukünftige dm Bio-Produkte als Alnatura-Ware mit einem anderen Etikett vorstellen. In vielen Fällen spart dm sich also schlichtweg einen Zwischenhändler.

Was sagt Alnatura zu dem Rausschmiss?

Laut der Lebensmittelzeitung sei man bei Alnatura „erheblich irritiert“. Vermutlich ist man sogar mehr als nur irritiert – ein wesentlicher Teil des Umsatzes von Alnatura wird über dm generiert. Das Handelsblatt erwähnt unbestätigte Medienberichte, wonach mehr als die Hälfte des Umsatzes von Alnatura über dm gemacht wird.

dm Bio und Alnatura im Vergleich

dm Bio
Seit 2015
ca. 50 Produkte
Vertrieb ausschließlich über dm-Drogeriemärkte
Alnatura
Seit 1985
Mehr als 600 Produkte
Vertrieb u.a. über dm, tegut, Migros (Schweiz), möglicherweise im Gespräch mit Edeka und Rewe.